Immer häufiger auftretende Überschwemmungen sowie Probleme mit der Wiederherstellung der Grundwasserressourcen und Absenkung des Grundwasserspiegels insbesondere in urbanen Gebieten haben eine Änderung der Bewirtschaftung von Niederschlagswasser zur Folge.

Der natürliche Wasserkreislauf soll unberührt bleiben oder wieder hergestellt werden.

Retention, Verbrauch für Nutzzwecke, Versickerung in dem Grundboden sind nicht nur die richtigen Methoden gegenüber einer "Versteppung" der Landschaft und Überschwemmungsschutzmaßnahmen sondern auch eine Quelle von deutlichen Ersparnissen.

Regenwasserbewirtschaftung in Städten beinhaltet nicht nur die Verzögerung und Beschränkung des Abflusses, sondern ist auch mit Problemen der Retention und Wasserklärung verbunden.

Immer öfter werden dezentrale Systeme eingesetzt, deren Aufgabe die Wiederherstellung des natürlichen Niederschlagswasserkreislaufs ist. Solche Lösungen, obwohl räumlich in ihrer Wirkung beschränkt, tragen zu einem Kummulationseffekt und spürbarer Abflussreduktion bei.

Die Hauptquellen der Kontaminierung von Niederschlagswasser sind:

- aus der Luft ausgewaschene oder abgesetzte Aerosole

- von der Bodenoberfläche ausgewaschene Verunreinigungen.

Die Belastung des Regenwassers und deren Grad hängen von der Intensität und Dauer der Niederschläge, Trockenwetterperioden vor dem Niederschlag, Belastungsgrad der Atmosphäre, Anzahl der Grünanlagen in der Umgebung, Bodenbelag von versiegelten Flächen, Art der Straßenreinigung u.ä. ab

Retentionsbecken

Retentionsbecken unterliegen den gleichen ökologischen Regeln wie kleine natürliche Wasserbecken mit relativ geringer Wassertiefe. Das gesammelte Wasser wird vom Wind gemischt und hat ständigen Kontakt mit den Bodensedimenten. Von dort aus dringen die Nähstoffe in die Wassertiefe hinein. Die Produktivität, der sogenannte Trophiegrad, hängt von deren Konzentration ab.

Oligotrophe Becken weisen geringe Konzentration von Phosphaten auf und zeichnen sich durch relativ geringe Produktivität der Pflanzenwelt aus. Dort leben spezialisierte Pflanzenarten und eine relativ geringe Anzahl an Algen.

Eutrophe Becken besitzen eine erheblich höhere Produktivität und können eine Vielzahl an Pflanzenarten beherbergen.

Sie können sehr klar sein, bewachsen aber schnell und die aus den abgestorbenen Pflanzen produzierte Biomasse wird in Form von Torf an den Uferzonen kumuliert. Becken mit identischen Phosphatkonzentration aber ohne Wasserpflanzen weisen grünes, trübes Wasser auf. Dieses wird oft aufgrund der Wirkung von Zooplankton vorübergehend klar (Grazing-Effekt). Mit Absterben des Planktons entsteht zähflüssiger Schlamm, der den gesamten Boden bedeckt. Zusätzlich bedeckt ein unschöner grüner Algenpelz während Algenblüte die Oberfläche. In solchen Gewässern kommen große Mengen an Fadenalgen vor, die aufgrund der hohen Sauerstoffproduktion auf der Oberfläche schwimmen. In Folge der Atmung kommt es nachts schnell zum Sauerstoffmangel, wodurch Wasserorganismen und Fische absterben können.

Polytrophe Gewässer zeichnen sich durch dauerhaft grünes Wasser mit einem sich auf der Oberfläche bildendem Algenpelzaus. Oft wird eine blaugrüne Wasserverfärbung durch giftige Blaualgen (Cyanobakterien) verursacht. Diese Erscheinung ist oft von Fischgeruch begleitet. Die in solchen Becken wachsenden Pflanzen können die Nährstoffe nicht kumulieren. Der dauerhafte Sauerstoffmangel führt aufgrund der riesigen Stoffwechselrate in den beschatteten Bereichen zu Reduktionsvorgängen, die mit Gasemission von "stinkenden" Methan und Schwefelwasserstoff begleitet werden.

Wird reines Wasser von Straßen ohne Klärsystem gesammelt (Phosphorkonzentration 1-2 mg/l P), werden die Retentionsbecken mit größter Wahrscheinlichkeit polytrophen Charakter haben. Reines Niederschlagswasser besitzt hingegen eine um 50- bis 100-fach geringere Phosphat-Konzentration.