Befestigte Flächen, Pfade

Befestigte Flächen bilden einen erheblichen Teil von Gartenanlagen. Das Gestaltungsbild dieser Flächen prägt das Erscheinungsbild und setzt Maßstäbe, die die Qualität der Gesamtanlage beeinflussen. Bedingt durch ihren architektonischen Charakter stellen diese Flächen eine Verbindung zwischen bebautem und freiem Raum dar. Wenn zu moderner Architektur asketische Beton-, Holz- oder Plattenbeläge passen, bieten Natursteinpflaster, Ziegelpflaster, Steine, Holz, selbst Bauschutt und Keramikreste eine Fülle von Oberflächenstrukturen, Formen, Farben und Verlegungsmöglichkeiten, auf die man in eher romantisch anmutenden Naturgärten nicht verzichten sollte. Auch leblose Betonpflasterwüsten können durch passende Akzente einen anderen Charakter erhalten und zu neuem Leben erwachen.

Die Pfade sind mehr als nur Verbindung zwischen zwei Punkten. Sie laden zum Spaziergang ein und durch entsprechende Materialauswahl passen sie sich an die Struktur eines Gartens an. Einen zusätzlichen Rhythmus bilden Stufen und Stege. Die Höhenunterschiede machen eine Gartenanlage interessanter und den Pfadverlauf attraktiver.

Außer ihren kommunikativen Funktionen trennen die Pfade Blumenwiesen von Rasenflächen, Blumenbetten von Wasserbecken. Die Pfade geben die Richtung an. Die geraden führen direkt zum Ziel, die gebogenen vergrößern den Raum. Wege können auch die Funktion einer Rundblickachse übernehmen, indem sie an architektonischen oder pflanzlichen Dominanten, Sitzplätzen oder Gartenskulpturen enden.

Die Gartenwege spielen eine deutlich wesentlichere Rolle als nur Gehflächen. Man kann sie mit Fußböden oder Teppichen in den Wohnräumen vergleichen, die zu den Tapeten oder Möbeln passen müssen. Draußen müssen die Oberflächen an die Architektur, Gartenstil, Umgebungscharakter, Baumaterial der Gebäude, Mauerwerke, Zäune und Bepflanzung angepasst werden. Es ist von Bedeutung, wie sich eine Oberfläche unter den Füßen anfühlt, ob sie glatt oder rau ist, ob man darauf rutschen kann oder ob die Gartenmöbel stabil stehen.

Zu moderner Architektur passen Wege mit deutlich gezeichneten Konturen und geraden, reduzierten Formen. Neben den kommunikativen Anforderungen ist ihr System in räumlicher Form der Anlage zugeschnitten. Hier eignen sich klassische Materialien wie Stein, Steinpflaster, Kies, Holz, aber auch Betonplatten (besonders in großem Format), Edel- oder Cortenstahl. Insbesondere im „New-Tech-Design" Stil werden unkonventionelle Stoffe wie bunter Glassplitt (besonders interessant in Verbindung mit unterirdischer Beleuchtung), Kunststoff beläge, Muscheln oder sogar Keramikreste oder Maschinenteile eingesetzt.

In Naturgärten mit romantischem Charakter passen neben Rasenflächen, Sand- oder Kieswegen, Borke oder Kopfpflaster auch besonders malerisch wirkende Oberflächen aus frostbeständigem Ziegelpflaster oder natürlichem Steinpflaster. In den Fugen zwischen den Steinen oder Ziegeln wachsen ausgezeichnet Thymian, Sagina oder Moos, die gleichzeitig die Oberfläche stabilisieren und eine schöne Verbindung zwischen Pfadoberfläche und dem Rest des Gartens bilden.